Am 26. Mai durften wir in unserem neuen Büro oberhalb des Black Pearls in Schaan besonderen Besuch empfangen: Das Ministerium für Gesellschaft und Justiz sowie die Leitung des Amtes für Soziale Dienste. Wir freuten uns sehr, Minister Emanuel Schädler, Jennifer Grasberger, Michael Winkler und Heidi Gstöhl bei uns begrüssen zu dürfen und ihnen einen Einblick in unsere vielfältige Arbeit zu geben. Für diesen Anlass gestalteten wir eine Ausstellung, die unsere Arbeit, unsere Methoden und unsere professionelle Haltung sichtbar machte. Gleichzeitig nutzten wir die Gelegenheit, um auf bestehende Versorgungslücken aufmerksam zu machen – insbesondere in der Unterstützung von Menschen mit Co-Morbiditäten, Suchterkrankungen sowie im Bereich Wohnen.
Die Ausstellung zeigte die unterschiedlichen Settings, in denen wir tätig sind: den öffentlichen Raum, unser Büro, Vernetzungsarbeit, den Mittagstisch sowie weitere Einsatzfelder wie Kliniken und verschiedene Wohnsituationen. Um die Herausforderungen und Lebensrealitäten der Adressat:innen anschaulich darzustellen, arbeiteten wir mit fiktiven Personen aus Karton, die in die jeweiligen Settings integriert wurden. Die dargestellten Biografien orientierten sich an realen Erfahrungen aus unserer Arbeit und veranschaulichten, welche Unterstützung Streetwork gemeinsam mit den betroffenen Menschen erarbeitet hat.
Eine dieser fiktiven Personen war Xaver (52 Jahre). X. wuchs in Liechtenstein auf, verbrachte einen Teil seiner Kindheit im Kinderheim und hatte mit schwierigen familiären Verhältnissen zu kämpfen. Eine langjährige Suchterkrankung, Phasen der Obdachlosigkeit, hohe Schulden und psychische Belastungen erschwerten seinen Alltag zusätzlich. Halt und Struktur fand er vor allem durch seine Hunde.
Der Kontakt zu uns entstand über einen anderen Adressaten. Danach stand X. regelmässig mit uns in Kontakt – telefonisch, persönlich und beim Mittagstisch. Wir begleiteten X. zu verschiedenen Terminen (Bsp. Hilfswerk oder Krankenkasse). Zudem unterstützten wir X. bei administrativen Aufgaben und vermittelten ihm einen Platz in einem Wohnheim. Gemeinsam mit X. arbeiteten wir ausserdem daran, eine Tagesstruktur aufzubauen und neue Perspektiven für seine Zukunft zu entwickeln.
Während des gemeinsamen Rundgangs durch die Ausstellung konnten Fragen beantwortet werden. Im Anschluss tauschten wir uns über das Thema Obdachlosigkeit in Liechtenstein sowie über die aus unserer Sicht notwendige Einrichtung einer Notschlafstelle aus. Der gegenseitige Austausch förderte das Verständnis für die Lebensrealitäten von Menschen in schwierigen Lebenslagen und machte sichtbar, wo bestehende Unterstützungsangebote wirken und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht.
Wir bedanken uns herzlich beim Ministerium für Gesellschaft und Justiz sowie bei der Leitung des Amtes für Soziale Dienste für das offene Interesse an unserer Arbeit, die wertschätzenden Gespräche und den konstruktiven Austausch.